Landesflagge Lena in Island

Erdbeben und Kakósúpa


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Hallo!
Mittlerweile ist es hier ziemlich kalt geworden. Die Temperaturen tagsüber bewegen sich meistens um den Nullpunkt. Der richtig große Schnee lässt allerdings noch auf sich warten. Normalerweise ist Island ab Anfang November vollkommen mit Schnee bedeckt, aber auch hier hinterlässt die globale Erwärmung ihre Spuren. Dafür haben wir ziemlich mit Glatteis zu kämpfen. Diese Woche sind wir gleich zu spät in die Schule gekommen, weil die Autotüren zugefroren waren und weil wir einem Mädchen auf der Nachbarfarm geholfen haben ihr Auto, das in den Straßengraben gerutscht ist, wieder auf die Straße zu schieben.
Geologisch betrachtet war diese Woche besonders interessant. Am letzten Dienstag haben ganze 60 (!) Erdbeben unser Inselchen erschüttert. Allerdings waren nur circa sieben davon wirklich spürbar. Da wackelt dann schon ganz schön der Boden und man hört die Gläser in den Schränken zittern. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatte ein Erdbeben sogar die Stärke 4,3 auf der Richterskala erreicht. Leider habe ich es verschlafen =( Auch in den folgenden Tagen hat die Erde manchmal noch ganz schön gebebt. 
Informationen über Erdbeben in Island werden auf einer offiziellen Homepage des Meteorologischen Instituts von Island ausgegeben, auch Erdbebenwarnungen. Keine Angst, ich habe die englische Version verlinkt =)

Abgesehen von den Erdbeben durften wir in dieser Woche auch wieder einige Nordlichter bewundern. Ich habe jetzt auch das erste mal ein knallpinkes gesehen (meistens sind sie grün). Eines blieb den ganzen Abend und ist über den ganzen Himmel gewandert. Echt stark!!

Wir haben schon einige unserer Tests hinter uns gebracht. Dummerweise hat uns unsere Französischlehrerin noch einen mündlichen Test reingedrückt =( Es gibt also immer noch genügend zu lernen. So langsam wird's ernst.

Essenstechnisch gibt es auch mal wieder etwas Neues zu erzählen. Diese Woche gab es nach dem Abendessen als Nachtisch „Kakósúpa“. Das ist so eine Art Schokoladensuppe. Sieht aus wie extrem flüssiger Pudding, schmeckt aber gar nicht mal so süß. Man isst dazu ein Zwiebackähnliches Brot, dass man in der Hand zerquetscht und in die Suppe bröselt. Das war vielleicht ein Spaß und vor allem ein großes Gebrösel!! =)
Außerdem haben Dagbjört und meine Gastmutter „fiskbollur“ gemacht. Das sind sozusagen Frikadellen aus Fisch. Superlecker!!
Heute gab es als Beilage für „lambalæri“ (Lammschenkel) etwas typisch isländisches: Kartoffeln in Butter und Zucker angebraten (ich glaube zumindest, dass man das so macht). Jedenfalls waren die Kartoffeln goldbraun mit einer fettigen Schicht aus karamelisierten Zucker außenrum. Normalerweise isst man hier immer abends warm, aber sonntags meistens mittags.

Ich Glückspilz habe mir einen Grippevirus eingefangen und lag deshalb Donnerstag und Freitag mit Kopf- und Magenschmerzen im Bett. Aber Dank der lieben Pflege von meiner Gastmutter und Marte bin ich jetzt fast wieder top fit.

Donnerstags um sechs Uhr abends wurden in Selfoss offiziell die Weihnachtslichter angeschalten. Jetzt ist alles mit bunten Lichterketten und Sternen geschmückt. Wir Deutschen würden es sicher als kitschig bezeichnen, aber irgendwie ist es auch schön mit so vielen bunten Lichtern, wenn es ständig dunkel ist. Hier sind sogar manche Straßenlampen mit Lichterketten umwickelt.

Am Samstag Morgen sind wir zum „morgunkaffi“ (Morgenkaffee, also Brunch oder so) nach Selfoss zu Árni, einer Schwester meiner Gastmutter, gefahren. Es war eigentlich eher eine Überraschungsfeier und deshalb war das Geburtstagskind noch im Bad, als wir alle erschienen sind. Ich glaube es ist typisch isländisch einfach ohne Ankündigung jemanden zu besuchen. Das ist nicht unfreundlich und total unkompliziert. Eigentlich total schön.

Sigga und Baldur waren von Samstag bis Sonntag Mittag bei irgendeinem Treffen mit der Arbeit. Deshalb haben Marte und ich auf die drei Mädels aufgepasst.


Samstag Abend haben meine Gasteltern Barbara vom Flughafen abgeholt. Barbara war 1998/99 Austauschschüler auf Kirkjuferja. Sie kommt aus Österreich und wird uns für zwei Wochen besuchen.

Sonntags haben wir den halben Tag im Pferdestall verbracht, also Boxen ausgemistet, aufgeräumt, Pferde und Werkzeug geputzt und die restliche Zeit dazu genutzt einfach zusammen zu sitzen, um uns alle zu unterhalten. Mir gefällt es total gut, dass das Familienleben hier so intensiv gepflegt wird.

Mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein. Dass dieser Bericht nicht ganz bilderlos bleibt, hier noch ein bisschen Morgenrot über dem Ölfusá: 


Der Blick aus unserem Wohnzimmerfenster. (Naja, eigentlich war es in Wirklichkeit röter / mehr rot, oder wie auch immer man rot steigert. =)

So denn,
bless á meðan !!
   
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