Landesflagge Lena in Island

Frühlingsstimmung



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Hallo!! 
Und schon ist der März gekommen. Langsam kommt bei uns die Frühlingsstimmung. Der Schnee ist zum größten Teil weg geschmolzen. Fast nur noch auf den Bergen sind einige weiße Flecken zu sehen. Meistens haben wir strahlend blauen, fast wolkenlosen Himmel und die Sonne scheint leuchtend. Nach dieser langen Dunkelheit ist es wie ein Wunder die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht zu spüren. Während ich morgens vor der Schule am Frühstückstisch sitze, darf ich atemberaubende Sonnenaufgänge beobachten und es dauert jeden Tag länger bis die Sonne wieder untergeht. Wenn es dunkel ist, bewundere ich den Sternenhimmel. Man sieht hier viel mehr Sterne und sie sind viel heller. Das liegt wahrscheinlich daran, dass hier auf dem Land kaum Licht außenrum ist. Mir kommt es so vor, als wäre der Himmel in Island irgendwie näher. Aber natürlich sollte ich mich nicht zu früh freuen. Es kann sein, dass sogar noch im Mai Schnee kommt.

Besonders viel zu berichten habe ich diesmal eigentlich gar nicht. Anfang März hat es nochmal heftig geschneit, zumindest auf den Vestmannaeyjar (den kleinen Inselchen im Süden Islands, auf Deutsch "Westmännerinseln") war ein ziemliches Unwetter. Der Schneesturm war so heftig, dass die Bewohner gar nicht mehr aus ihren Häusern gekommen sind. Leider konnte ich das nicht miterleben =(

In der ersten Märzwoche hat mein Lífsleikni-Kurs einen Ausflug gemacht, genauer gesagt einen Kulturausflug nach Reykjavík. Es gibt einige Lífsleikni-Kurse (ich glaube um die fünf). In meiner Gruppe sind 25 Schüler. Das ist hier eine überdurchschnittlich große Klasse. In den meisten Kursen sind zwischen 10 und 25 Schülern. Bisher habe ich es nur ganz selten gesehen, dass mal 30 Leute in einem Kurs sind. Für unsere „große Klasse“ haben wir also gleich 2 Lehrer (das ist so in allen Lífsleikni-Kursen, hängt wohl mit dem Fach zusammen). Jedenfalls sind alle Gruppen gefahren. Um 12 Uhr ging es los mit drei großen Bussen. Wir hatten volles Programm. Unsere Gruppe hat erstmal mit der Kaffeepause angefangen. Vom Rathaus aus sind wir dann selbständig zum Þjódminjasafn, einer Art Volksmuseum gelaufen. Dort war eine Ausstellung über die ganze isländische Geschichte von den Wikingern  bis heute. Es war sehr interessant und ich habe sehr viel Spannendes gelernt. Dort waren sämtliche antike wunderliche Dinge ausgestellt und man hat wirklich einen guten Einblick in die Sache bekommen. Die Wikinger sind einfach die Besten, haben sich ständig gegenseitig die Köpfe eingeschlagen und doch ist so ein faszinierendes und liebenswertes Volk daraus geworden =) 


Lena in Wikinger-Rüstung
Die Zeit hat leider fast nicht gereicht um sich sehr in die Geschichte zu vertiefen und es ging weiter zum Alþing, dem isländischen Parlament. Es ist in einem kleinen Haus und der Sitzungssaal ist mehr als winzig, verglichen mit dem deutschen, aber dafür total süß, mit Kronleuchter und verzierten Wänden wie in einem Schloss. Wir haben von der Besucherterrasse aus eine Parlamentssitzung mitverfolgt. Viel verstanden habe ich nicht, nur dass es um Finanzen ging. Anschließend hatten wir die Gelegenheit, einem Minister Fragen zu stellen.
Unser nächster Programmpunkt war das Kunstmuseum in Reykjavík. Das Gebäude wurde als Gefängnis genutzt bevor es zu dem Museum umgebaut wurde. Wir haben zwei verschiedene Ausstellungen angeschaut. Die eine ist von dem isländischen Maler Erró, der sehr bunte und volle Bilder malt und seine Ideen aus Zeichentrickfilmen nimmt. Und die andere Ausstellung war eher handwerklich. Ein Kunstwerk bestand beispielsweise aus vielen Lupen, die an kurzen Stangen von einer Wand hingen und interessante Lichtspiegelungen erzeugten. Ein anderes war eine alte Matratze mit Chips und Weinflasche dekoriert. Das seltsamste Kunstwerk waren verschiedene Fischköpfe in Eimern konserviert.
Wir hatten eine Pause, in der wir uns frei in Kringlan (Reykjavíks größtem Einkaufszentrum) bewegen durften und zum Abschluss des Tages sind wir in das Borgaleikhús (Stadttheater) gegangen um Jesus Christ Superstar zu sehen. Das Musical war echt gigantisch und obwohl es (logischerweise) auf isländisch war, habe ich fast alles verstanden.
Danach sind wir mit den Bussen zurück nach Selfoss gefahren.

Am Sonntag (9. März) haben wir Helga Guðrún's zweiten Geburtstag gefeiert. Es war mal wieder ein schöner Familiennachmittag. Sie ist ganz schön fit, aber mit dem Sprechen lässt sie sich noch Zeit.

Im Grunde waren es außer dem Ausflug zwei ganz normale Schulwochen. Ich gehe im März nicht zum Schwimmen, weil es in den Osterferien, die auch hier bald kommen, viel zu kompliziert ist mit der Fahrerei. Also habe ich nach der Schule entweder irgendwelche Lektüren für die Schule gelesen oder ging zusammen mit Marte reiten. Jetzt, wo es nicht mehr ganz so kalt ist (es ist schon noch ziemlich kalt, aber immerhin nicht mehr so sehr, dass mir fast die Finger und Zehen vor lauter Kälte abfallen, also meistens zwischen 0 und 5 Grad), macht das Reiten noch mehr Spaß. Ich warte immer noch gespannt darauf, dass ich endlich mal so richtig vom Pferd falle (bin wohl ein sehr ungewöhnlicher Anfänger =) Fálki ist manchmal ziemlich tollpatschig und stolpert oft, aber bis jetzt konnte ich mich noch gut auf dem Rücken halten.

Meine Mutter macht seit Februar wieder weiter mit den Malkursen, und da ich ja jetzt Kochen in der Schule lerne, heißt das, dass ich an diesen Abenden (dienstags und mittwochs) für das Abendessen zuständig bin.

Bald kommen die Osterferien. Wir haben nur eineinhalb Wochen, das heißt die Schule fängt am Mittwoch nach Ostern wieder an. Aber erstmal freue ich mich auf die Ferien.

Sorry, dass ich so fotografier-faul bin momentan, werde mich bessern =)

Liebe Grüße von der Insel!!

Vigdís, ich und Helga Guðrún

Ein Blick aus meinem Fenster
 
       
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