Landesflagge Lena in Island

jólaborð und Islandpferde


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Fréttir frá Íslandi
oder: Neuigkeiten aus Island
Jetzt muss ich doch zuerst mal einen kleinen Gruß für meine ganzen isländischen Fans hinterlassen =)

Kæru íslendingar!
Núna ég ætla að skrifa aðeins á íslensku af því að mér finnst það svo flott að þið eruð að kikja á heimasíðan mín. Örugglega er það leiðinglegt fyrir ykkur að þið skiljið ekkert (eða ekki mikið). Ég get bara seigja að ég elska Ísland og ég elska að vera hérna hjá ykkur. En ég skrifa bara gott um landið ykkar!! =)
Ég veit að það er kannski rosalega vitlaust núna en ég er að læra meira á hverjum daginn =) Það er svo gaman að læra islensku!!
Bless og takk!!

Im letzten Bericht habe ich ja schon geschrieben, dass Barbara gekommen ist um uns zu besuchen. Es sind mittlerweile neun Jahre her, seit sie als Austauschschülerin nach Island gekommen ist. Ich finde, wir verstehen uns echt gut und es ist sehr interessant sie kennen zu lernen. Es kommt mir so vor, als würde ich jetzt die ganze Familie kennen außer Jasper natürlich. Er wird wohl erst wieder in ca. vier Jahren, wenn er mit der Schule in Hong Kong fertig ist,  zurück nach Island kommen.

Wir haben diese Woche fast jeden Abend im Pferdestall verbracht, also zum füttern, ausmisten, Pferde putzen und beschlagen. Wir haben schon vor ein paar Wochen drei Pferde in den Stall gebracht. Die Pferde hier bekommen einen unheimlich dicken Winterpelz, weil sie ja auch sehr viel draußen sind in der kalten Zeit.
Bevor ich hierher kam konnte ich eigentlich gar nichts mit Pferden anfangen, aber das hat sich auch vollkommen geändert. Ich bin - glaube ich - gerade dabei eine richtige Pferdeliebe zu entwickeln. Es macht mir total viel Spaß, Zeit mit den Pferden zu verbringen und ich kann es gar nicht mehr erwarten bis ich endlich reiten lernen werde.
Donnerstag Abend war Bingokvöld in unserer Schule (also Bingo Abend). Lara, Marte und ich haben auch unser Glück versucht. Zu gewinnen gab es eine Reise nach Europa, aber die hätte uns ja sowieso nichts gebracht, weil wir ja schon Austauschschüler sind. =) Ich finde es jedenfalls genial, dass das Schulleben hier so toll gepflegt wird und ständig irgendetwas stattfindet. Die Schulen hier in Island sind einfach viel sozialer als die im guten alten Deutschland =) 



Wir hatten auch wieder einige Tests diese Woche. Es war ja die letzte wirkliche Schulwoche. Ab nächste Woche fangen dann die richtigen Abschlussprüfungen an. Lara und ich haben nun auch endlich diesen inoffiziellen Französchischtest (sowohl mündlich als auch schriftlich) hinter uns gebracht und damit das Fach abgeschlossen. Ich werde nächstes Semester nicht mehr Französisch nehmen. Es war ziemlich verwirrend, weil ich ständig mit isländisch angefangen habe, wenn ich französisch sprechen sollte. =)
Freitag war „Dimmitering“. Das bedeutet, dass die Schüler, die dieses Semester ihren Abschluss machen, in die Schule gekommen sind um zu feiern. Also wurde die erste Unterrichtsstunde gekürzt, damit wir ihnen zuschauen konnten. Sie denken sich jedes Mal eine gemeinsame Verkleidung aus. Wir wurden schon gewarnt, dass sie wohl sehr betrunken sein werden, aber es schien zu diesem Zeitpunkt gar nicht so, als wäre viel Alkohol im Spiel gewesen. Sie sind einfach im Schulgebäude rumgelaufen und haben gesungen und eben das Ende ihrer Schulzeit gefeiert. Hier ist das aber nicht so wie in Deutschland, dass alle Schüler sehnsüchtig auf das Ende ihrer Schulzeit zustreben. Viele gehen hier sogar ein Semester länger in die Schule, einfach weil es so viel Spaß macht in die Schule zu gehen. Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen. Hier ist es mir noch nie passiert, dass ich morgens aufgewacht bin und mir gedacht habe „Oh ne, jetzt muss ich schon wieder in die Schule!“. Ich freue mich eigentlich jeden Tag neu auf die Schule, sogar jetzt in der Endphase.
erkennt ihr, wen sie darstellen wollen?

Nach der Schule sind Sigga, Barbara, Marte und ich zu einer Art kleinem Weihnachtsmarkt in Selfoss gegangen. Dort wurden lauter handgemachte Dinge verkauft, die geistig behinderte Leute aus Selfoss gemacht haben. Es war für isländische Verhältnisse unglaublich günstig.
Abends kam dann endlich das spannende Ereignis, von dem alle schon Wochen vorher geredet haben: „jólahlaðborð“ - zu deutsch Weihnachtbuffet - also sozusagen ein Weihnachtsessen mit der ganzen Familie. „jólahlaðborð“ ist typisch isländisch. Meistens sind es Firmen oder irgendwelche Vereine, die das machen, aber manche Familien machen es eben auch. Wir sind dazu in „skíðaskáli“, eines der nobelsten und teuersten (oder möglicherweise sogar das teuerste) Restaurants in ganz Island gegangen. Allein bis wir alle fertig waren war ein riesiger Aufwand. Man trägt dazu natürlich sehr schicke Kleidung. Marte hat mir für diesen Anlass (und Weihnachten natürlich) einen total schönen Rock in der Schule im Textilunterricht genäht. Der ist einfach soooo wunderschön =)

Das Restaurant ist oben auf dem Berg auf dem Weg von Selfoss nach Reykjavík. Als wir gegen sieben Uhr losgefahren sind, hat das Wetter ziemlich verrückt gespielt. Es war sehr kalt und noch dazu gab es „skafrenningur“. Ich glaube wir haben dafür im Deutschen gar kein passendes Wort. Es bedeutet, dass Unmengen an winzigen Schneeflöckchen am Boden unheimlich schnell wehen (in unserem Fall über die Straße). Es sah total lustig aus, wie dicke Wolken, die sich total schnell über die Erde bewegen.
Angekommen hab ich wirklich für einen Moment gedacht ich bin absolut im falschen Film. Es war alles so unheimlich nobel, wow!! Ich habe mich glaube ich wie ein kleines Kind ganz begeistert umgeschaut. =) Es war unheimlich schön weihnachtlich geschmückt und die ganze Einrichtung sah sehr teuer aus. Wir waren insgesamt zwölf Leute und an einem ganz langen Tisch gesessen. Das Buffet war sozusagen ein Stockwerk tiefer. Und es war wirklich so reichlich und speziell, wie ihr es vielleicht gerade vermutet. Ich weiß gar nicht, was ich neben Lachs, Hummerpastete und Truthahn noch so alles gegessen habe. Es war so richtig isländisches Essen. Es gab aus isländisches „laufabrauð“. Das ist ganz spezielles isländisches Weihnachtsbrot, wird also nur an Weihnachten gebacken. Es ist rund und flach und hat ungefähr die Form eines Pfannkuchen. Es schmeckt etwas süß und ist trocken, aber leicht fettig, weil es in Fett gebacken wird. Vor dem Backen werden Muster in den Teig geschnitten. Es sieht aus wie lauter V's untereinander und jedes zweite wird jeweils hochgeklappt. Letztendlich ähnelt das Ganze ein bisschen einer Schneeflocke. Marte und ich haben Unmengen davon gegessen, es war einfach so lecker!! Zum Trinken gab es für uns „jólaöl“ (Alkohol ist für AFSer strikt verboten!! Naja solange AFS nichts davon weiß...=) „jólaöl“ ist ein Getränk, das es nur in der Weihnachtszeit gibt. Es ist eine Mischung aus Malt und „Appelsín“. „Appelsín“ wiederum wird hier sehr viel getrunken. Es ist orange Limonade, ähnlich wie Fanta. Ich finde es pur überhaupt nicht gut zum großen Unverständnis aller Isländer. Die sind sogar extra stolz auf ihr „kók“ wie man hier Coca Cola nennt. Es schmeckt angeblich besser, weil da ja isländisches Wasser drin ist =)
Das absolute Nationalgetränk ist aber immer noch „kókómjólk“. Das sind kleine Trinkpäckchen mit Kakao. Hier trinkt und liebt jeder „kókómjólk“, Kleinkinder, sowie Schüler, als auch Erwachsene. „kókómjólk“ gibt es immer und überall und man sieht ständig Leute „kókómjólk“ trinken.
Nun aber zurück zum „jólahlaðborð“. Wir haben also ausgiebig gespeist und es gab sogar ein extra Buffet mit Nachspeisen. Ich war danach so satt, dass mir fast schlecht war. In „skíðaskáli“ (dem Restaurant) waren mehrere Weihnachtsessen an diesem Abend. Unser Tisch war an einem großen Fenster, durch das man das Buffet in einem anderen Raum sehen konnte. Ich habe noch nie soviel Essen auf einem Tisch gesehen. Das war einfach Wahnsinn!! Während des Essens hat jemand Weihnachtslieder auf einem Klavier gespielt und danach wurden wir von einem weihnachtsliedersingenden Isländer mit dessen Quetsche (Schifferklavier) unterhalten. Mir gefällt die isländische Musik echt gut, nicht nur die Weihnachtslieder sondern auch allgemein. Ich finde sie hat irgendwie etwas irisches an sich. Jedenfalls hat sie mich anfangs ein bisschen an Fiddler's Green erinnert.
Später wurde dann das große Buffet abgebaut und somit die Tanzfläche freigeräumt. Wir haben alle zusammen noch ziemlich lange getanzt und es war echt genial und total viel Spaß zusammen mit der ganzen Familie und meinen Gasteltern zu tanzen. Ziemlich spät haben wir, nachdem wir noch jede Menge Fotos gemacht haben, den Heimweg angetreten.


Pabbi, Jói, Baldur, Oddgeir (Guðbjörgs Verlobter),ich und Marte

Finnur, Barbara, Guðbjörg, Sigga und Dagbjört

Dagbjört und Mamma

Finnur und Barbara

ein großes Buffet, von unserem habe ich leider kein Bild und das Bild ist verwackelt =(

ein riesiges Lebkuchenhaus

Þetta er skíðaskáli
Auf dem Heimweg
Gut ausgeschlafen sind wir (Barbara, Baldur, Sigga, Vigdís, Jónína, Marta, meine Eltern und ich) am Samstag gegen Mittag nach Reykjavík aufgebrochen, um Weihnachtseinkäufe zu machen. Erst sind wir in „lifland“ gegangen, ein großes Pferdegeschäft in Reykjavík. Das war nicht so spannend für mich, weil ich keine Ahnung von dem ganzen Pferdezubehör habe. Wir haben „hallgrímskirkju“, die größte Kirche in Reykjavík gesehen. Sie ist wirklich unglaublich riesig!! Dann sind wir den ganzen Nachmittag zu Fuss von einem Lädchen ins nächste spaziert, in und in der Nähe von „Laugarveginn“, was sozusagen die Fußgängerzone Reykjavíks ist. Die meisten Geschäfte dort sind gemütlich klein und total vollgestopft mit Weihnachtssachen. Reykjavík ist auch unheimlich schön weihnachtlich geschmückt mit Lichtergirlanden über den Straßen und bunten Lichtern, Fenstern und Weihnachtsbäumen überall. Wir waren auch in einem Laden, in dem nur Islandpullis und lauter isländische Stricksachen verkauft werden, also Handschuhe, Socken, Schals, Mützen....Hier gibt es sogar so eine Art Island-Strick-Verband oder so ähnlich. Die Islandpullis, die man kaufen kann, sind aber unheimlich teuer (ca. 120 Euro) und nicht mal ansatzweise so weich und schön wie meiner, den meine Mamma selbst gestrickt hat =) Hier gibt es in fast allen Läden Unmengen an Souveniers zu kaufen. Es sind einfach zu viele Touristen hier *läster läster* =)
Abends haben uns Hebbi und Imba in Hafnafjörður (das ist bei Reykjavík) zum Essen eingeladen. Vorher haben wir uns aber noch einen kleinen Weihnachtsmarkt dort angeschaut. Der war wirklich total niedlich. Die Buden sahen alle gleich aus und waren rund um einen großen, mit blauen Lichtern geschmückten Weihnachtsbaum gestanden, von dem aus bunte Lichterketten zu den Buden führten.
Nach dem Besuch in Hafnafjörður sind wir wieder zurück nach Reykjavík gefahren um „Fréðarljós“ (Friedenslicht) auf der kleinen Insel „Veðey“ zu sehen. Vielleicht habt ihr sogar davon gehört. Yoko Ono, die Frau von John Lennon, hat vor Kurzem dieses Licht zu seinem Gedenken und als Symbol für Frieden in der Welt angeschaltet. Von seinem Geburtstag (irgendwann im Oktober) bis zum 8. Dezember, dem Tag an dem er erschossen wurde, ist das Licht jeden Abend von acht bis zwölf Uhr an. Und das wird sich von jetzt an jedes Jahr so wiederholen. Das Besondere an diesem Friedenslicht ist, dass der Lichtstrahl (glaube ich) sogar acht Kilometer in die Höhe geht.
Ein schönes Bild davon mit einem Nordlicht seht ihr hier (ist leider nicht von mir).

Reykjavíks Innenstadt in der Weihnachtszeit


<- Hallgrímskirkju

Reykjavíks modernes Rathaus
Der Weihnachstmarkt, leider etwas verschwommen
Sonntags sind wir gleich bei Sonnenaufgang (das ist gar nicht so früh wie es klingt, vielleicht elf Uhr...) raus ins Gelände gefahren, um die Pferde, die circa zwei Monate sozusagen „Urlaub“ hatten, zu holen. Der Sonnenaufgang war so herrlich!! Wir haben alle Pferde in eine kleine Koppel beim Minkstall getrieben, wo wir sie dann sortiert haben. Die wilden Pferde durften wieder zurück ins Gelände und die acht Reitpferde, drei andere, die wir diesen Winter zähmen werden, und drei Fohlen haben wir in den Stall gebracht. Das Problem war nur, dass zwei der Pferde gefehlt haben und deshalb haben wir uns in Kleingruppen aufgeteilt und alle Ecken des Pferchs abgesucht. Es ist ziemlich schwierig in diesem Gelände zu laufen, weil es unheimlich hubbelig und hügelig ist und ständig irgenwelche Matschlöcher und Gräben zu umgehen sind. Nach einer Kaffeepause hat sich die Suche fortgesetzt und irgendwann sind die beiden Pferde dann von alleine zurückgekommen.
Grüße ins ferne Deutschland

Eure Lena

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