Landesflagge Lena in Island

Prüfungen und Weihnachtsmänner


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Und weiter geht's...
Ein großes Hallo an Deutschland!!

Montag hatten wir alle drei (Lara, Marte und ich) unsere Sport Prüfung (nur schriftlich). Die Prüfung war insofern schwierig, weil wir ziemliche Sprachprobleme hatten. Ich war die meiste Zeit damit beschäftigt in meinem Wörterbuch zu blättern und die Fragen zu übersetzen. Zusätzlich hatten wir den Nachteil, dass wir nur wenig von dem Stoff im Unterricht verstanden haben, also die Antworten eher raten mussten. Aber solange wir nicht durchfallen (dann müssten wir den Kurs wiederholen) ist alles okay. =)
Ich schreibe besser kurz mal etwas allgemein zu den Prüfungen. Sie sind eineinhalb Stunden lang (Marte war ganz geschockt, als sie das gehört hat, weil sie in Norwegen immer einen ganzen Tag Prüfung hatten) und entweder um halb neun morgens oder um halb zwölf. Normalerweise ist jeden Tag ein anderes Fach dran. Beispielsweise haben diesen Montag alle Sportkurse Prüfung geschrieben. Die Prüfungen dauern insgesamt ungefähr zwei Wochen. Man muss aber immer nur an den Tagen in die Schule, an denen man Prüfung hat, also es ist kein Unterricht mehr.
Den restlichen Tag haben wir wieder mit den Pferden verbracht. Unter anderem hat Fálki (Barbaras Pferd) Hufeisen bekommen und Marte, Barbara und ich sind mit drei Pferden rausgegangen um ein bisschen mit ihnen zu laufen, weil sie schon einige Zeit im Stall gestanden sind.  Es macht mir immer mehr Spaß mit den Pferden zusammen zu sein. Marte bringt mir unheimlich viel über Pferde bei und ich lerne sehr viel von ihr. Es ist unheimlich interessant und ich merke, dass ich sogar ein bisschen was von meinem Wissen über Hunde anwenden kann.


Fálki und ich

Dienstag hatte ich Mathe Prüfung. Die ist besser gelaufen als ich es erwartet hatte. Zumindest gab es keine Sprachprobleme, weil Mathe ja in allen Sprachen gleich ist und die wenigen mathematischen Fachbegriffe hat man dann doch schnell gelernt. Nach der Prüfung sind wir alle drei zu Lara gegangen, die ja jetzt in Selfoss nur zwei Minuten zu Fuß von der Fsu entfernt wohnt. Lara und Marte haben zusammen Mathe gelernt, weil sie ihre Prüfung am Mittwoch haben, und ich habe die beiden dabei unterhalten. =)
Und daheim ging es wieder ab in den Stall.

Mittwoch hatten dann Marte und Lara ihre Mathe Prüfung. Ich war auch in der Schule um Mails zu schreiben und andere Besorgungen zu machen. Nachmittags sind wir mit Fálki und Herkules in den Pferch raus gegangen. Barbara konnte endlich mal wieder auf ihrem Fálki reiten und Marte war auf Herkules. Ich habe es dann auch mal wieder probiert und Barbara und Marte haben mir alles mögliche Hilfreiche erklärt.
Donnerstag konnte ich dann endlich mal wieder so richtig lange ausschlafen. Wir waren wieder mit Fálki und Herkules unterwegs, aber diesmal außerhalb des Pferchs. Ich habe Barbara und Marte mit Baldurs Videokamera gefilmt, während sie geritten sind. Das war vielleicht ein Spaß!! Noch dazu hat die Kamera 30fach optischen Zoom *schwärm*. Später durfte ich auf Fálki reiten, falls man das schon reiten nennen kann. Jedenfalls bin ich gerade dabei, es zu lernen und Fálki ist meistens so gelaufen wie ich es wollte. =)
Gegen Abend war so eine Art Bastelnachmittag in Vigdís Schule in Hveragerði. Unter anderem konnte man dort auch „laufabrauð“ (das  Brot über das ich vorher geschrieben habe) backen. Es war ganz schön schwierig das Muster rein zu schneiden. Letztendlich ist es mir nicht wirklich gelungen, aber Marte hat es ganz gut hingekriegt.
Freitag um halb fünf morgens ist Barbara dann schon wieder Richtung Österreich aufgebrochen oder eher gesagt erstmal nach Schweden. Sie hatte nämlich einen Zwischenstopp in Stockholm. Also gab es „morgunkaffi“ um vier Uhr in der Nacht und wir haben uns verabschiedet. Die zwei Wochen vergingen viel zu schnell und ich freue mich schon sehr darauf Barbara hoffentlich wieder zu treffen, wenn ich später wieder zurück nach Island kommen werde.

Am Samstag habe ich mal so richtig mein Zimmer aufgeräumt und geputzt (war wohl auch dringend nötig =)
Gegen vier Uhr nachmittags sind Sigga, die Mädels, Marte und ich nach Selfoss gefahren um die isländischen „jólasveinnar“ zu sehen. In Island gibt es keinen Nikolaus am sechsten Dezember. Hier gibt es 13 Weihnachtsmänner, die ab dem 12. Dezember, jeden Tag bis Weihnachten einer kommt. Jeder der 13 Weihnachtsmänner hat eine andere Eigenart. Der eine schaut durchs Fenster rein, der andere sammelt Kerzen ein, wieder ein anderer schleckt Töpfe leer,.... Es gibt auch noch die Eltern der Weihnachtsmänner und eine schwarze Katze, die kommt, wenn die Kinder nicht brav waren. Isländische Kinder stellen ihren Stiefel ins Fenster und wenn sie nicht brav waren, dann finden sie statt Süßigkeiten eine Kartoffel am nächsten Morgen. Etwas anders als in Deutschland also.
In Selfoss sind also die Weihnachtsmänner um vier Uhr über die Brücke gekommen. Sie saßen auf einem Bus, sodass man sie schon von weitem gesehen hat. Ich war ein bisschen enttäuscht, weil ich dachte, dass sie traditionell, wie die richtigen isländischen „jólasveinnar“ verkleidet wären, so wie man das von Bildern kennt, aber leider hat sich hier auch der amerikanische rote Nikolaus mit weißem Bart durchgesetzt. Die „jólasveinnar“ sind also über die Brücke gekommen, haben auf einer kleinen Bühne ein paar Weihnachtslieder gesungen und die vielen Leute, die zu diesem Anlass gekommen sind ein bisschen unterhalten. Außerdem haben sie den großen Weihnachtsbaum in Selfoss angeschalten. Es waren unheimlich viele Kinder da und die meisten hatten Nikolausmützen auf. Danach gab es noch heißen Kakao zum Aufwärmen, Waffeln und „piparkökur“ (Pfefferkuchen). „piparkökur“ wird einem im Moment in jedem Laden in der Bank und einfach überall angeboten. Es schmeckt ziemlich genauso wie Spekulatius. Andere typische isländische Weihnachtsplätzchen sind „smákökur“, die Sigga am Samstag gebacken hat. Hier gibt es natürlich auch die Standart Butterplätzchen.
Wenn wir gerade schon beim Essen sind: Diese Woche habe ich das erste Mal „slátur“ gegessen. Das ist die Leberwurst und „blóðmur“, was wir vor ein paar Wochen in die Schafsmägen gefüllt haben. Um ehrlich zu sein hat mir das Ganze nicht so besonders geschmeckt. Die Leberwurst war okay, aber „blóðmur“ schmeckt meiner Meinung nach nach gar nichts. Es ist wie eine gummelige Masse aus Mehl und Blut, ein bisschen wie Blutwurst, aber irgendwie doch ganz anders. Meine Familie isst es aber total gerne, also werde ich mich wohl daran gewöhnen müssen. =)

Am Sonntag habe ich dann mal so richtig ausgeschlafen. Nachmittags sind Marte und ich mit Dagbjört, Jói (den Namen habe ich in den ganzen anderen Berichten falsch geschrieben *schäm*), Linda und Margrét nach Reykjavík gefahren. Linda lernt seit September an ihrer Schule Querflöte und die ganze Gruppe hat in „Árbæjarsafnið“, einem großem Museum in Reykjavík, ein kleines Konzert gegeben. Wir haben uns erst das Museum angesehen. Es war wirklich interessant. Es wurde beispielsweise auch gezeigt, wie Kerzen per Hand gemacht werden. Das Konzert war sehr schön. Ich war erstaunt, wie gut Linda spielen kann, obwohl sie ja noch gar nicht so lange lernt.
Danach haben wir noch eine Runde durch „Toys R us“ gedreht, einem großen Spielzeugladen in Reykjavík. Nachdem wir zum Abendessen daheim waren, sind wir gleich zum nächsten Konzert aufgebrochen. Es war ein großes Adventskonzert in Selfoss in der Kirche mit zwei Orchestern und vier Chören, unter anderem hat Marte im Fsu-Chor gesungen. Ich bin dann auch endlich mal ein bisschen in Weihnachtsstimmung gekommen, was mir hier dieses Jahr teilweise etwas schwer fällt, weil vieles, was für die Leute hier Weihnachtsstimmung auslöst, für mich so neu ist, dass ich es nicht mit Weihnachten verbinde.

Das Bild ist leider etwas unscharf geworden
Isländisch sprechen macht mir immer mehr Spaß und ich lerne jeden Tag mehr neue Wörter dazu. Es kommt mir so vor, als würde es mir immer leichter fallen mir die Wörter zu merken. Womit ich mich ein bisschen schwer tue sind die Adjektive. Viele Adjektive haben mehrere total verschiedene Bedeutungen und es kommt immer auf den Sinn des Satzes an, welches Wort man verwendet. Ich bin da einfach am experimentieren momentan. =) Der Satzbau im Isländischen ist auch oft total anders als im Deutschen, aber wenn man mal ein bisschen den Dreh raus hat, macht es so richtig Spaß! Mir hilft es unheimlich viel, Kinderbücher zu lesen, weil man dabei viele neue Wörter durch die Bilder versteht und man lernt dabei auch gut die Formen.

Was mich hier total fasziniert ist der ganze Weihnachtsschmuck. Viele Leute haben schon Mitte November angefangen zu dekorieren  und seitdem wird es von Tag zu Tag mehr. Die Isländer finden immer noch mehr Fenster oder Bäume um bunte Lichter dranzuhängen. Man entdeckt sogar jetzt noch jeden Tag neue Lichter. Besonders die Wohnblöcke sind kunterbunt dekoriert.
Mein Pabbi mag Weihnachtslichter sehr gerne. Deshalb leuchtet unser Haus auch in allen möglichen Farben. Wir haben nicht nur eine große Lichterkette um das ganze Haus, was hier ziemlich jeder hat, sondern auch einen Lichterkranz über dem Küchentisch und im Wohnzimmerfenster, zwei andere Lichterketten im Wohnzimmer, eine kunterbunte Lichterkette mit großen Lichtern um die Terasse, einen großen Plastiknikolaus auf dem Hausdach und einen ca. ein Meter hohen Weihnachtsbaum zwischen den beiden Häusern (das ist eigentlich eine sehr gute Idee, weil ich im Dunkeln sonst oft in die Büsche gelaufen bin =) Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das noch nicht alles war. Ich bin gerade dabei meinen Pabbi zu überreden, dass er auch Lichter in das Führerhaus seines LKWs hängen soll. =)

Im Moment bin ich ziemlich oft im „gamla húsið“ (das Nachbarhaus, in dem mein Bruder Baldur mit Familie wohnt) und verbringe viel Zeit mit Marte. Mein Vater arbeitet ja den ganzen Tag und meine Mutter ist zur Zeit auch sehr selten daheim. Entweder arbeitet sie oder sie ist in Reykjavík, um irgendwelche Weihnachtsbesorgungen zu machen. Meine Eltern sind im Moment auch oft zu „jólahlaðborð“ oder ähnlichem eingeladen.

Das Wetter wird nun doch etwas winterlicher. Wir haben tagsüber meistens Temperaturen zwischen -3 und 0 Grad. Seit Mitte dieser Woche liegt auch ein bisschen Schnee, aber leider nur sehr wenig. Glatteis gehört hier nun absolut dazu. Sobald man aus dem Haus geht, muss man ständig aufpassen nicht auszurutschen. Ich bin froh, dass ich es bisher geschafft habe nicht mehr als zweimal auf meinem Hintern zu landen. =)

Nun habe ich wohl genug für diese Woche geschrieben. Ich wünsche euch im fernen Deutschland und auch allen anderen, die diesen Bericht lesen, eine fröhliche Vorweihnachtszeit und müllt weiterhin mein Gästebuch zu, ich freue mich über jeden einzelnen Eintrag riesig!!! =)

Zum Schluss noch ein paar Spaßbilder =)

Baldur hat einen neuen großen Fernseh gekauft. Ideal für mich =)

wie die kleinen Kinder =)

Bei Lara mit ihrer Katze Bella

In Selfoss beim Schwimmbad

Sonnenaufgang über dem Ölfusá


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