Landesflagge Lena in Island

Winter



Home        Zur Berichte-Seite    

Hallo von der nun weißen Insel!!

Weiß – das trifft es auch schon ganz genau. Denn bei uns hat es endlich so richtig losgelegt zu schneien. Es hat tagelang geschneit und es war kalt genug, dass der Schnee liegen geblieben ist. Durch den starken Wind hier ist die Schneefläche aber nicht glatt sondern es sieht eher so aus wie in der Wüste - bloß eben mit Schnee statt Sand. Durch den Wind entstehen richtige „Dünen“ und deshalb kann ich euch auch schlecht sagen, wieviel Schnee wir hatten. =) Ich würde mal sagen zwischen 50 cm und 1,50 m. Obwohl der Schnee sehr überraschend kam, war das Verkehrschaos hier gar nicht mal so groß wie ich es erwartet hatte (oder wohl eher wie es in Deutschland wäre). Die Isländer sind das anscheinend richtig gewöhnt, jedenfalls gab es keine größeren Unfälle. Nur so Kleinigkeiten wie zum Beispiel, Leute, die durch das viele Glatteis von der Straße gerutscht sind. Mein Gastvater war drei Tage in Ísafjörður, einer Stadt in den Westfjorden, festgesessen, weil es nicht möglich war mit dem LKW zurück zu fahren. Außerdem sind wir oft zu spät zur Schule gekommen, weil wir stecken geblieben sind und uns freischaufeln mussten, oder weil die Autotüren oder -bremsen gefroren waren. Ich glaube in Deutschland würde jeder fluchen über so ein Wetter, aber die Isländer nehmen das ganz gelassen auch wenn man ständig Auto schieben muss oder wegen Schnee und Glatteis ausrutscht und hinfällt.
Wir haben also das winterliche Wetter genossen und haben stundenlang mit den Kindern im Schnee gespielt, Schneemänner bzw. Schneehasen (siehe Foto =) gebaut, sind Schlitten und Snowslider gefahren oder haben uns sonst irgendwie ausgetobt. Wir sind auch einmal reiten gegangen. Schon ziemlich seltsam, wenn der Schnee fast bis zum Bauch vom Pferd reicht.
Einmal bin ich in einer Freistunde in Selfoss herumgelaufen um Fotos zu machen. Wenn man da nicht aufpasst, wo man hinläuft, kann es schon mal passieren, dass man hüfthoch im Schnee steckt. So etwas wie Schneeschaufeln benutzt hier keiner. Das wäre wie mit einem Teelöffel im Sandkasten zu wühlen. Das Räumfahrzeug macht die Straßen und auf den Gehsteigen läuft man einfach nur, wenn sich schon vorher jemand geopfert und Spuren gemacht hat. =)






unsere Schule, die FSU
Die Bücherei von Selfoss
Sehr ungewöhnlich kam mir anfangs die Beschäftigung vieler Isländer vor, mit ihren Jeeps im Schnee herumzufahren. Auf einmal war abends die halbe Verwandtschaft auf Kirkjuferja und alle sind ganz begeistert mit den Geländewagen durch den tiefsten Tiefschnee, den sie nur finden konnten gefahren - oder sie haben es zumindest versucht. Natürlich waren sie alle fünf Meter festgesteckt und haben sich dann gegenseitig wieder rausgezogen. Das hat nur nicht geklappt, als sie unglücklicherweise alle gleichzeitig festgesteckt waren. Es war echt lustig ihnen zuzuschauen, aber ich verstehe immer noch nicht so ganz, warum es so viel Spaß macht im Schnee  zu stecken und sich stundenlang freischaufeln zu müssen. =)

Dementsprechend haben wir dann am Samstag (19.Januar) mit den Geländewagen eine kleine Tour gedreht. Wir sind zu Þingvallavatn gefahren, dem See bei  Þingvellir (Wir sind damals auf dem AFS-Camp schon dort gewesen; der Platz wo die Wikinger ihre Versammlungen gehalten haben). Die Landschaft war wirklich unglaublich schön und es war mal wieder so richtig hell mit dem Schnee und ein bisschen Sonne. Leider sind wir nicht besonders viel gelaufen, weil es ziemlich windig war und geschneit hat. 







Am Sonntag war strahlender Sonnenschein und wir haben fast den ganzen Tag damit verbracht mit den Kids im Schnee zu spielen.   



Sonnenaufgang


Traktor fahren...

und Pferde füttern
Das Schwimmtraining war auch sehr lustig. Es war so kalt, dass mir fast die nassen Füße am Boden festgefroren sind auf dem Weg aus der Schwimmhalle zum Außenbecken. Am seltsamsten war beim Rückenschwimmen eiskalte Hagelkörner ins Gesicht zu bekommen, auch eine lustige Erfahrung. =)
Das Wetter hat schon irgendwie verrückt gespielt. Schnee, Hagel und Regen haben sich abgewechselt und die Temperaturen haben sich tagsüber zwischen -15 und 0 Grad bewegt. Manchmal wurde es auch ein paar Grad wärmer und der Schnee hat sich mit Regen abgewächselt. Es hat aber immer wieder abgekühlt, sodass der Schnee geblieben ist.
Letztendlich hat hier keiner so richtig mit dem Wintereinbruch gerechnet, glaube ich. Der letzte richtige Winter war wohl im Jahr 2000.
Lara hatte am Wochenende Geburtstag und deshalb haben Marte und ich einen ganz besonderen Kuchen für sie gebacken. 
In der Schule gibt es jetzt auch schon wieder jede Menge zu tun: sämtliche Projektarbeiten in allen möglichen Fächern. In Lífsleikni musste ich eine Bewerbung auf Isländisch schreiben *schwitz* (weiß gar nicht, wie ich das geschafft habe). Außerdem haben wir einen neuen Direktor bekommen. So wie am Anfang des Semesters hat aus diesem Anlass der Direktor (also jetzt der alte und der neue) in der Pause eine kleine Rede für die Schüler gehalten. Mir scheint es so, dass der Direktor hier sehr auf die Schüler bezogen ist und nicht so autoritätsmäßig über ihnen steht.

Ich bin schon mal gespannt wie es hier weitergeht mit dieser winterlichen Atmosphäre.

So weit – bis bald !!
=)
 
       
Home        Zur Berichte-Seite