Landesflagge Lena in Island

Der dreizehnte Weihnachtstag



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Eie ersten zwei Wochen im neuen Jahr. 

Unsere vierwöchigen Weihnachtsferien gingen dann bald dem Ende zu. Die letzten Ferientage habe ich entweder auf dem Pferderücken oder auch nur mit Faulenzen verbracht. 


Am 6. Januar haben wird auch kräftig gefeiert, aber nicht wegen den „Heiligen Drei Königen“, was vielleicht nahe liegend wäre. Dieser Tag heißt hier Þrettándinn, übersetzt „Der Dreizehnte“, weil es der dreizehnte Tag nach Weihnachten ist und der letzte der dreizehn isländischen Weihnachtsmänner, die alle dreizehn Tage lang bleiben, nach Hause zurück in die Berge geht. Zu diesem Anlass haben wir alle gemeinsam zu Mittag gegessen (also mit allen meinen Geschwistern und deren Familien). Nachmittags sind Marte, Linda und ich mal wieder reiten gegangen. Wir waren auf dem Feld zwischen den beiden Häusern und dem Fluss (ich bin Anfänger, also noch unter Beobachtung =) Wir haben einen kleinen Galopp-Wettkampf abgehalten, um unsere Zuschauer nicht ganz zu langweilen. Natürlich hatte ich auf dem faulen Fálki keine Chance. =) Am Þrettándinn werden ähnlich wie an Silvester große Feuer angezündet und Feuerwerke gemacht. Wir haben also unsere Reste von Silvester verschossen und sind später nach Selfoss gegangen, um den Fackel-Umzug mitzuverfolgen, der die Weihnachtsmänner verabschiedet. Dort gab es auch wieder ein großes Feuer und eine Feuerwerkshow. Die Isländer haben es echt drauf mit ihren Feuerwerken. In Deutschland habe ich vorher nie so große und bunte Feuerwerke gesehen.





Als dann am Dienstag den 8. Januar wieder die Schule anfing, war ich fast ein bisschen erleichtert. So lange Ferien sind schon ziemlich ungewohnt. In der Schule hingen Listen aus mit den Namen der Schüler und dem Raum, in dem man sich mit dem Umsjónkennari (also dem „Betreuungslehrer“) traf um seinen Stundenplan und sämtliche anderen Infos zu bekommen. Mein Stundenplan ist mal wieder ziemlich außergewöhnlich. Neben Isländisch, Englisch und Sport habe ich drei Wochenstunden Kochen, zwei mal Chinesisch (eher Kultur als Sprache, viel Projekt- und Gruppenarbeit), sechs (!) Wochenstunden Lífsleikni (wörtlich übersetzt Lebensfähigkeiten; also eine Mischung aus Sozialpädagogik und Ethik oder so ähnlich; um zum studentspróf / Abitur zugelassen zu werden, muss jeder Schüler diesen Kurs machen; ideal um Leute kennen zu lernen; vor allem Gruppenarbeit) und dann wurde hier noch ein neues Fach erfunden für alle Austauschschüler, eine Zusammensetzung aus lífsleikni (siehe oben) und isländischer Geschichte.
Wer blickt jetzt noch durch? =) Ganz anders wie in Deutschland...Aber ob ich hier z.B. Mathe habe oder nicht, spielt keine so große Rolle, weil ich sowieso alles nachholen muss, wenn ich wieder nach Deutschland komme (Lehrpläne sind hier ganz anders). Noch am selben Tag hat der stundenplanmäßige Unterricht angefangen und nach kürzester Zeit hatte ich mich wieder an den Schulalltag gewöhnt. Lífsleikni hat mich von meinen neuen Fächern am meisten beeindruckt. In dem Kurs sind die Gruppen ziemlich groß, also ungefähr 30 Schüler pro Grupppe. Ich rede hier natürlich von „groß“ für isländische Verhältnisse. Normalerweise sind um die 20 bis 25 Schüler in einem Kurs, in manchen Fächern wie Holzverarbeitung und Kochen teilweise nicht mal 10. Wir lernen in lífsleikni über Themen wie Selbstbild, Kommunikation, Gefühle, Werbung, Berufswahl, usw. Meistens machen wir Gruppenarbeit, wobei man immer mit anderen Leuten zusammenarbeitet. Wir bekommen oft praktische Aufgaben wie Plakate gestalten oder uns kleine Theaterstücke ausdenken. Alle zwei Wochen wird die Sitzordnung neu ausgelost und wir müssen über jede Stunde Tagebuch schreiben um das, was wir im Unterricht machen, nochmal zu überdenken und zu bewerten. Ich bin jedenfalls ganz begeistert!
Mit dem Schulbeginn habe ich auch gemerkt, dass ich schon einiges mehr vom Isländischen verstehe und da ich jetzt auch in einigen Fächern bin, in denen nur isländisch geredet wird, sind die Schultage sehr herausfordernd und ich meine Sprachkenntnis wird immer größer.

Wir sind viel reiten gegangen in diesen Tagen und mittlerweile darf ich auch gemeinsam mit Marte außerhalb von Kirkjuferja reiten..




Ein paar farbenprächtige Sonnenuntergänge zum Schluss





 
       
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