Landesflagge Lena in Island

Herbst


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Hallo an alle Daheimgebliebenen! Schön, dass ihr mal wieder vorbei schaut um zu lesen, was ich im fernen Island erlebe. Diesmal wird mein Bericht sicher um einiges kürzer sein.

Am Anfang der Woche durfte ich dann gleich mal schlagartig den isländischen Herbst erleben. Als ich am Montag Morgen aus dem Haus ging, hatte es gerade mal -1 Grad. Ja, das war ziemlich kalt! Im Laufe des Tages ist die Temperatur aber glücklicherweise wieder über Null geklettert. Es blieb allerdings die ganze Woche so kalt und ich habe mich mittlerweile schon fast daran gewöhnt. Schlimmer als die Kälte ist der starke Wind, der hier seit Mittwoch weht. Es pfeift richtig ums Haus, die Bäume (oder besser Bäumchen) biegen sich im Wind und es ist einfach traumhaft schön abends im warmen Bett zu liegen und dem Sturm zu lauschen. Es ist wirklich unglaublich, aber sogar die Isländer nennen das „Sturm“!! Mein Gastvater meint, dass dieser Winter möglicherweise sehr hart werden könnte, da die letzten Winter nicht besonders winterlich waren (für isländische Verhältnisse natürlich). Allerdings hat trotz der niedrigen Temperaturen meistens die Sonne geschienen und ich durfte in dieser Woche einige schöne Sonnenuntergänge erleben..

Freitag war wohl der außergewöhnlichste Tag dieser Woche. Ich hatte nur bis drei Uhr Schule wie jeden Freitag. Als ich heimgekommen bin, sind wir alle runter zum Ölfusá gegangen um mal wieder zu feiern. Ich habe so den Eindruck, dass Isländer wirklich sehr gerne feiern. Diesmal haben wir das Ende der Fischsaison gefeiert. Wir waren den ganzen Nachmittag am Fluss gesessen und haben geangelt (bzw. beim Angeln zugeschaut), gegessen und uns unterhalten. Dieser Anlass ist auch so eine Familientradition, die jedes Jahr um diese Zeit stattfindet. Wenn man mal von der Kälte absieht, war es ein wunderschöner Nachmittag mitten in der Natur. Allerdings habe ich einige Schichten anziehen müssen um nicht ganz auszukühlen. Es war einfach wunderbar mit der ganzen Familie am Fluss zu sitzen, den Vögeln zu lauschen und Islands unglaubliche Natur zu genießen. (Ich werde hier richtig zum Natur-Freak =)



Als die Sonne dann hinter einer dichten Wolkendecke verschwunden ist und bald unterzugehen schien, sind wir ins schön warme Haus zurück gegangen und haben gemeinsam zu Abend gegessen. Wir saßen dann noch mit sämtlichem Verwandtschaftsbesuch bis mitten in der Nacht zusammen und die Atmosphäre war einfach genial. Ziemlich spät, als es schon total dunkel war, sahen wir auf einmal ein großes Nordlicht am Nachthimmel. Es hat den ganzen Himmel bedeckt. Man hat es für ungefähr zwanzig Minuten gesehen und es hat sich auch langsam bewegt, so wie eine große grüne Wolke. Leider war es sehr blass und aus diesem Grund sind die Fotos auch nicht besonders gut geworden.



Mittlerweile ist Kirkjuferja für mich schon wie mein Zuhause geworden und ich fühle mich hier immer noch sehr wohl.

Das Wochenende war sehr gemütlich. Ich habe die meiste Zeit daheim verbracht. Ansonsten haben wir wieder mal sämtliche Familienbesuche gemacht.

Mit dem Isländisch lernen geht es nur sehr langsam voran. Ich lerne jeden Tag einige neue Wörter dazu. Ich kann auch schon kleinere Sätze sagen. Wenn ich einem Gespräch lausche, verstehe ich meistens sehr viele einzelne Wörter, aber den Zusammenhang noch eher selten. Manchmal ist es ein bisschen deprimierend, wenn sich alle Leute um einen herum unterhalten und man kann weder mitreden noch versteht man, über was geredet wird. Es wird wohl noch bis Weihnachten dauern, bis ich selbst richtige Gespräche führen kann, aber insgesamt bin ich zuversichtlich, diese Sprache zu lernen, auch wenn sie nicht gerade einfach ist. Der Isländischkurs in der Schule ist auch sehr hilfreich, weil man da auch mal die Grammatik lernt, die man so im alltäglichen Leben eher weniger mitbekommt.

So, dann hoffe ich, dass es euch auch allen gut geht und sage Tschüss bis zum nächsten Bericht
   
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