Landesflagge Lena in Island

Martas Geburtstag


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Nun ist schon Oktober und die Zeit vergeht immer noch unheimlich schnell. 

In der Schule war diese Woche eigentlich gar nichts besonderes, außer, dass ich in Holzverarbeitung endlich mit dem Buchständer fertig geworden bin. Ich habe sogar neun Punkte darauf bekommen, was aber sicherlich weniger daran lag, dass er gut geworden ist, als dass ich trotz gar keiner Vorkenntnisse Interesse gezeigt habe und bis jetzt keine Kursstunde geschwänzt habe. 

Ansonsten war ich wieder dienstags, mittwochs und donnerstags beim Schwimmtraining. Meine Mutter ist zur Zeit ziemlich beschäftigt. Montag Abends geht sie immer zu einem Kurs in Selfoss um ihr Englisch aufzufrischen und dienstags und mittwochs gibt sie hier in Kirkjuferja Malkurse. Sie hat einen extra Raum dafür, der voller Farben und wunderschöner Bilder ist. Da kommt dann immer eine Gruppe von ungefähr fünf Frauen, die dann gemeinsam drei Stunden malen. 

Am Mittwoch war dann das erste richtige Erdbeben seit ich hier bin (oder besser gesagt das erste spürbare). Es war eigentlich gar nicht so spektakulär wie das jetzt vielleicht klingt. Gegen Abend hat einfach alles für einen ganz  kurzen Augenblick ein bisschen gewackelt. Es sind aber keine Bilder von den Wänden gefallen.

Donnerstag war ein ganz besonderer Tag, weil Marta ihren 17. Geburtstag hatte. Ich habe so den Eindruck, dass Geburtstage hier in Island sehr ausgiebig gefeiert werden. Man bekommt sehr viele Geschenke und die Verwandtschaft kommt auch auf alle Fälle. Was noch anders ist, ist, dass man sich nicht so herzlich die Hand gibt oder sich umarmt zum gratulieren, sondern man murmelt einfach so nebenbei „Til hamingju með afmæli!“ (zu deutsch: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag) und das ist dann alles. Als wir in der Schule ankamen, wurde Marta von Lara mit einem wunderschönen kunterbunten Geburtstagskuchen empfangen, den sie dann den ganzen Tag mit sich herumtragen durfte, damit jeder sieht, dass sie Geburtstag hat.



Ich hatte auch noch Schokohörnchen gebacken und so haben wir dann unsere gemeinsame Freistunde damit verbracht das alles zu essen (oder zumindest damit anzufangen).
Abends sind wir, Martas Gastfamilie, Finnur und ich, noch in Selfoss Pizza essen gegangen. 


Der Tag war auch sonst noch sehr abwechslungsreich, denn Hannes (unser Isländisch Lehrer) hat Lara und mich gefragt, ob wir nicht mal in seinen Deutschkurs kommen wollen um ein bisschen was von Deutschland zu erzählen. Das haben wir natürlich sehr gerne gemacht. Also standen wir vor der Klasse und haben über die Unterschiede zwischen deutschen und isländischen Schulen gesprochen. Dann haben wir ihnen die Homepages von unseren deutschen Schulen gezeigt (hier ist in jedem Klassenraum ein Beamer und die meisten Lehrer haben immer ihren Laptop dabei). Außerdem hatten die Schüler Fragen zu allen möglichen Themen vorbereitet. Wir -und auch die Schüler selbst- waren sehr erstaunt, wie gut sie deutsch verstehen. Natürlich haben wir sehr langsam geredet und versucht schwierige Wörter zu vermeiden, aber dennoch hat es uns überrascht, dass Hannes nur sehr selten übersetzen musste. Als Dank für diese kleine Präsentation haben wir dann einen kleinen Bildband über die „Wunderwelt Island“ bekommen.
Meine Sportstunde fiel auch aus, weil zur gleichen Zeit ein Basketballspiel an unserer Schule stattfand, wo wir dann zuschauen durften. Das F.Su.-Team hat gegen ein Team aus Kopavogur (sozusagen ein Vorort von Reykjavík; dort war auch unser Arrival-Orientation-Camp) gespielt. Leider hat unser Team verloren, aber dennoch war es sehr interessant das Spiel mitzuerleben. Sport ist eine sehr wichtige Sache für viele Isländer und deshalb wurde natürlich auch heftig angefeuert.



Freitag Nachmittag haben wir dann großen Verwandtschaftsbesuch bekommen um Martas Geburtstag zu feiern. Wir haben total viel Kuchen, Schokohörnchen und isländische Pfannkuchen gegessen und saßen den ganzen Nachmittag zusammen um uns zu unterhalten.
Am Abend bin ich mit meiner Gastmutter nach Reykjavík gefahren um meinen Gastvater von einer Grillfeier abzuholen. Es war ein wunderschöner Anblick, als wir mit dem Auto die Berge heruntergefahren sind und dann auf einmal die vielen bunten Lichter von Reykjavík vor unseren Augen aufgetaucht sind. Auf der Heimfahrt haben wir dann an einem Hot Dog Stand gehalten. Isländer sind sehr stolz auf ihr „Pylsubrauð“ oder „Pylsu með öllu“, wie man hier Hot Dogs nennt. Habe ich schon von dem Hotdog-Stand in Selfoss erzählt, der nach jeder Schulparty eine Menge Geschäft macht? Angeblich gibt es dort die besten Hot Dogs in ganz Island!

Am Samstag konnte ich leider nicht ausschlafen, weil ich von meiner Gastmutter schon ganz früh am Morgen zum Schwimmbad in Selfoss gefahren wurde. Von dort ist dann der ganze Schwimmverein nach Borg gefahren, wo wir gemeinsam bis Sonntag blieben. Was angeblich ein kleines Städtchen sein sollte, ist aber in Wirklichkeit nicht mehr als ein paar Wohnblocks, eine Schule und ein nagelneues Schwimmbad. In diesem Schwimmbad haben wir dann auch heftig trainiert. Gleich nach unserer Ankunft sind wir zwei Stunden geschwommen. Nach einem kurzen Staffel-Schwimmen (gibt es das Wort überhaupt?) gab es dann Mittagessen. Außer meiner Gruppe war auch noch eine Gruppe von kleineren Kindern dabei, die gerade erst Schwimmen gelernt haben. In der Freizeit nach dem Schwimmen haben wir einen Spaziergang gemacht - was bei dem starken Wind am Samstag gar nicht so lustig war, da wir querfeldein über Moos und Steine gelaufen sind -, Brett- oder Kartenspiele gespielt oder uns einfach unterhalten. Samstagabend und Sonntagmorgens und -nachmittags haben wir dann jeweils wieder zwei Stunden trainiert. Obwohl es anstrengend war hat es sehr viel Spass gemacht und Bryndis (unsere Trainerin) hat mir wirklich schon unheimlich viel innerhalb der zwei Wochen beigebracht. Die anderen Jugendlichen aus der Gruppe sind auch unheimlich nett und das Eis war auch schon nach kurzer Zeit gebrochen und sie haben angefangen mit mir Englisch zu reden. Jetzt habe ich Muskelkater ohne Ende (ich wusste gar nicht, dass man so viele verschiedene Muskeln hat =) und bin nach diesem außergewöhnlichen Wochenende unheimlich erschöpft.

Das Schwimmbad in Borg

Ein Teil des Schwimmvereins, rechts im roten Pulli ist Bryndis
Und zum Schluss noch ein farbenprächtiger Sonnenaufgang in Kirkjuferja:
   
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