Landesflagge Lena in Island

Im sumarbústað


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Hallo nach Deutschland! Nun erzähle ich euch mal wieder von meinen spannenden Erlebnissen. Wenn ihr alle fleißig meinen letzten Bericht gelesen habt, dann wisst ihr ja schon, dass es von Samstag auf Sonntag geschneit hatte. Wir haben das natürlich gleich mal genutzt um ein bisschen Schlitten zu fahren und einen großen Spaziergang in der wunderschönen Winterlandschaft zu machen. Leider war der Schnee nicht klebrig genug um einen Schneemann zu bauen =( Ich bin jedoch ziemlich schnell zu dem Entschluss gekommen, dass ich mir baldmöglichst eine warme Schneehose kaufen sollte.



Ich und Helga Guðrún

Helga Guðrún, Jónína, Vigdis und Tire

Vigdis, Marte und Helga Guðrún

Jónína und Vigdis beim Schlittenfahren
Marte und Lara sind Sonntag Nacht völlig übermüdet aus Dänemark zurückgekommen. Den beiden hat es total gut gefallen und Martes Eltern sind sogar extra aus Norwegen gekommen um das Konzert mitzuerleben.
Mein Pabbi und Joe haben am Sonntag Nachmittag noch angefangen einen Weg in Kirkjuferja zu machen. Die Erde ist aber ziemlich schnell gefroren und bis jetzt haben sie ihn noch nicht fertig gemacht. 
Mein Pabbi und Joe haben am Sonntag Nachmittag noch angefangen einen Weg in Kirkjuferja zu machen. Die Erde ist aber ziemlich schnell gefroren und bis jetzt haben sie ihn noch nicht fertig gemacht. 



Und dann ist auch schon die Sonne untergegangen....

....und damit waren meine Winterferien schon wieder vorbei.

Die darauffolgende Woche war wieder ziemlich normal. Ich war Dienstag und Donnerstag wieder beim Schwimmen. Am Mittwoch haben wir erfahren, dass nachmittags Try-outs für ein Musical sind, das im nächsten Semester an unserer Schule stattfindet. Marte, Lara und ich haben natürlich auch teilgenommen. Allerdings war der Ansturm so groß, dass wir fast vier Stunden warten mussten bis wir an der Reihe waren. Es wäre wirklich toll, wenn wir da dabei wären. Vielleicht bekommen wir ja irgendwelche kleinen Rollen. Wir könnten beispielsweise einen Baum spielen, der muss ja nicht isländisch reden =)  (Nein, Scherz!). Es werden auch immer sehr viele Leute für irgendwelche Backstage Arbeiten benötigt, also zum Beispiel für die Technik, Bühne gestalten,.... Jedenfalls waren wir an diesem Tag für ganze 13 Stunden in der Schule und waren dann wirklich mehr als froh endlich heimzukommen.
Donnerstag war so eine Art Sporttag an unserer Schule. Das bedeutet, dass sich alle Schüler in der zweiten Stunde in der Sporthalle versammeln sollten („sollten“ deshalb, weil bestimmt die Hälfte der Schüler diesen Anlass als eine Chance für eine weitere Freistunde gesehen hat). Eine Gruppe von Schülern ist in Spielen wie Völkerball, Volleyball, Hockey, usw. gegen die Lehrer angetreten. Und wer hat gewonnen? Natürlich die Schüler!! =)


Volleyball



Hockey - Der große Blonde in der Mitte ist übrigens der größte Sechzehnjährige in ganz Island. Hier gibt es lauter so lustige Rekorde. Island ist einfach so winzig. =)

Die Trübune

An diesem Freitag hatten wir außerdem unseren ersten Isländisch-Test, den wir aber glücklicherweise nach eifrigem Lernen alle drei (Lara, Marte und ich) mit 9,8 gemeistert haben. 

Das Wochenende war diesmal etwas ganz Besonderes, weil Baldur, Sigga, Marte, die Kids und ich in ein „sumarbústað“ (Sommerhaus) gefahren sind. Isländer machen das sehr häufig, dass sie ein Sommerhaus mieten und dort einfach das Wochenende verbringen. Meistens aber, wenn es irgendetwas zu feiern gibt. Im Landesinneren gibt es sehr viele solche Sommerhaus – Gegenden. Wo man hinschaut sieht man Sommerhäuser, teilweise sehr eng nebeneinander.... Also sind wir am Freitag direkt nach der Schule aufgebrochen. Nach einer ungefähr einstündigen Fahrt, auf der wir Unmengen von wunderschönen großen Regenbögen bewundern durften, und einem kurzen Zwischenstopp an einem kleinen Countryladen (sozusagen Tante Emma Laden mitten in der Pampa), sind wir an unserem „sumarbústað“ angekommen. Das Haus hat mir sofort gefallen. Es war so winzig und gemütlich und die ganze Einrichtung aus Holz. Die Kids haben schon lange vorher voller Vorfreude die Tage gezählt. Das Besondere an unserem Sommerhaus war, dass es einen Hot-Pot hatte (isländisch „heita pot“, deutsch ???). Unglücklicherweise wussten wir den Zahlencode um den Hot-Pot zu öffnen nicht und nachdem wir den Vermieter angerufen hatten, der nicht einmal von einem Zahlenschloss wusste (?), haben wir es einfach abgeschraubt. Also haben wir uns gleich mal bei 5°C Außentemperatur in den Hot-Pot gesetzt (Das Wasser hatte ca. 37-41°C und das ist für isländische Verhältnisse noch kalt!!). Freitag Abend haben wir dann noch (mal wieder)  „hamborgara“ (das könnt ihr sicher selbst übersetzen) und „pylsu með öllu“ gegessen und waren einfach gemütlich im Sommerhaus zusammengesessen, während es draußen mal wieder angefangen hat zu regnen. Ich habe an diesem Wochenende so sehr gefroren, dass ich mit drei Bettdecken und einer Fleecedecke auf dem Sofa lag. In den Augen der Isländer bin ich eine absolute „Frostbeule“. Lara und ich haben festgestellt, dass wir Deutschen wohl viel weniger Kälte gewohnt sind. Den Norwegern scheint es nicht so viel auszumachen. Jedenfalls wundert sich Marte oft total, wenn ich mal wieder eisig kalte Hände habe. Ich bin allerdings der Meinung, dass ich mich sogar schon ein kleines bisschen an die Kälte gewöhnt habe, auch wenn ich noch nicht mit meinem Bruder Finnur mithalten kann, der bei fünf Grad mit T-shirt rumläuft und angeblich gar nicht friert.
Samstag hatte mein Bruder Baldur Geburtstag. Wir sind nach dem Frühstück zu einem Car-Trip aufgebrochen. Isländer machen das total gerne. Jugendliche machen auch manchmal „fara á rúntu“ (oder so ähnlich), was bedeutet, dass sie einfach stundenlang in einem Ort mit dem Auto im Kreis fahren. Trotz der hohen Spritpreise wird hier absolut gar nicht gespart. Das Wort „Umweltschutz“ scheinen Isländer noch nie gehört zu haben. Jedenfalls lässt hier jeder während des Einkaufens den Automotor laufen (manchmal stundenlang) und voll aufgedrehte Heizung bei offenem Fenster ist auch ganz normal. Müll wird hier auch nicht sortiert und eigentlich überall einfach fallen gelassen.
Nun aber zurück zu unserem Car-trip. Wir sind also ein bisschen durch die Landschaft gefahren, was in der Gegend total spannend war, einerseits weil die Straßen im Landesinneren meist nur aus Schotter und deshalb sehr holprig sind (kein Wunder, dass im Winter kaum eine andere Straße befahrbar ist außer der Ringstraße, die Straße Nummer EINS, die um ganz Island führt) und andererseits, weil die Landschaft einfach genial war mit all den Bergen und dem grünen Islandmoos. Ich weiß jetzt schon, dass ich die Berge sehr vermissen werde, wenn ich wieder zurück in Deutschland bin. Außerdem haben wir sehr viele kleine Wasserfälle gesehen, die einfach so an den Berghängen herab plätschern, und manchmal auch eine weiße Dampfwolke einer heißen Quelle, die mitten in der Landschaft aus der Erde blubbert. Islands Natur ist einfach genial. Ich könnte euch stundenlang davon vorschwärmen, aber jetzt erst mal ein paar Bilder:


Lena somewhere in the middle of nowhere =)





Wir haben natürlich sehr oft angehalten um Fotos zu machen oder irgendwelche Hügel zu besteigen um eine herrliche Aussicht genießen zu können. Außerdem haben wir Hjálpafoss bestaunt, was auf deutsch sozusagen „Hilfswasserfall“ heißt. Der Name kommt daher, weil der kleine Wasserfall sozusagen dem größeren „hilft“.  
Der Schnee war mittlerweile schon wieder weggeschmolzen, aber wir sind tatsächlich in eine Gegend gekommen, wo noch ein bisschen Schnee war. Wir haben in einer Art Jugendherberge ganz verlassen mitten in den Bergen zu Mittag gegessen. Es war total gemütlich im Warmen zu sitzen und eine leckere isländische Kjötsúpa (Gemüsesuppe mit Lammfleisch) zu essen. Danach ging es wieder weiter und irgendwann hat einfach mal so die Straße aufgehört, was bedeutet, dass wir einfach ein Stück weiter durch den Schnee gefahren sind. Auf dem Rückweg haben wir noch etwas Interessantes gesehen. Es war eine Art Käfig, in dem früher die Schafe gesperrt wurden, um ihn dann an Seilen über eine Art Schienen über den Fluss zu ziehen. Wir haben natürlich gleich mal unsere Schäfchen testen lassen (Nein, nur fürs Foto =)

Marte und Baldur

Dann haben wir noch typisch isländische Häuser gesehen. Früher wurden die Häuser so gebaut mit Gras auf den Dächern und die Dächer manchmal bis zum Boden. Das ist standhafter bei dem rauen Wetter. In Selfoss gibt es einen Häuserbauer, der solche traditionellen Häuser baut. Sie sind wirklich wunderschön. 



Auch die Kirchen wurden so gebaut


Das ist ein sehr großes Wasserkraftwerk um Strom zu erzeugen. In Island wird eigentlich die ganze Elektrizität durch Wasserkraftwerke und Powerplants von heißen Quellen erzeugt. Geheizt wird durch Erdwärme. 

Wieder im Sommerhaus angekommen haben wir uns erstmal im Hot-pot wieder aufgewärmt. Zum Kaffetrinken haben wir dann Besuch von Siggas Bruder mit Familie bekommen und zum Abendessen ist meine Familie gekommen und Dagbjört mit Linda und Margrét. Es war wirklich ein sehr spaßiger Abend und Marte und ich haben später auch noch einige isländische Kartenspiele gelernt. 


im Hot-Pot: Marte, Linda, Baldur, Vigdis, Jónína

Baldurs Geburtstag

meine Mamma, Marte, mein Pabbi und Baldur


unser sumarbústað

lika (äh..ich mein auch)

Diese Brücke mussten wir auf dem Weg zu unserem Sommerhaus passieren. Es gibt hier sehr viele so kleine Brücken und es ist immer wieder spannend, ob man es schafft mit den dicken Autos heil auf die andere Seite des Flusses zu kommen oder ob man stecken bleibt ;O)

noch ein bisschen Island.... 

Am Sonntag haben wir uns, nachdem wir das Sommerhaus aufgeräumt und ein bisschen geputzt hatten, wieder auf den Heimweg gemacht.
Abends haben wir noch ein paar Pferde aus dem Gelände geholt um sie zu moven (von einem Pferch in einen anderen umzusiedeln). Zwei davon waren zusammen mit dem einzigen zeugungsfähigen Hengst auf Kirkjuferja in einem Gelände. Die durften jetzt zu den anderen Pferden. Also sollte es nächstes Jahr logischerweise zwei Fohlen geben. Und aus dem großen Gelände haben wir zwei Pferde in den Stall geholt, die nächsten Freitag geschlachtet werden. 

Habe ich euch schon erzählt, dass es hier gesetzlich festgeschrieben ist, dass man immer die Lichter beim Autofahren an haben muss, ganz egal ob es hell oder dunkel ist?

Ja, mehr fällt mir gerade nicht ein, aber es gibt sicher bald wieder etwas zu erzählen.

Liebe Grüße aus Island!




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