30.09.2012  Füße auf Eis

Das Internationale Büro an der Uni hat für uns Austauschstudenten an diesem Wochenende einen ganz besonderen Ausflug organisiert: eine Fahrt auf den zweitgrößten Gletscher Islands, den Langjökull.



Auf der Hinfahrt legten wir einen Zwischenstopp bei Deildartunguhver ein.
Das ist eine Ansammlung vieler heißer Quellen, die als die ergiebigste Thermal-
quelle der Welt gibt. Pro Sekunde strömen 180 Liter 100°C heißen Wassers aus
der Erde, die vermutlich vor ca. 1000 Jahren als Regen auf das Hochlandplateau
gefallen sind.



Überall blubbert und dampft es, den penetranten Schwefelgeruch
(es müffelt nach faulen Eiern) nicht zu vergessen.
Seit 1978 steht die Quelle unter Naturschutz.



Aus dieser gewaltigen Energiequelle lassen sich 62 Megawatt (!) Strom erzeugen.
Das heiße Wasser wird zur Gebäudeheizung von drei Gemeinden verwendet.
Es fließt durch das mit 74 Kilometern längste Rohrsystem seiner Art auf der Welt
und kühlt um ca. 20°C ab (innerhalb von 24 Stunden) bis es in den Orten ankommt.
Die Rohre sollte man also nicht anfassen, wenn man sich nicht böse die Finger
verbrennen möchte. Sie sind nicht isoliert!


Dann ging unser Abenteuer Gletscher los. Der Langjökull bedeckt zur Zeit etwas
mehr als 900 km² des westlichen Hochlandes. Er liegt grob gesagt auf der aktiven
Vulkanzone Islands und mindestens zwei aktive Vulkansysteme befinden sich
unter dem Gletscher.



Speziell für den Langjökull wurde der Ice Explorer gebaut. Was früher einmal ein
Militärtransportwagen in Polen war, ist jetzt ein hochmoderner, perfekt
angepasster Gletscherbus. Man kann beispielsweise Luft aus den Reifen lassen,
ohne aussteigen zu müssen und vieles mehr.
Wir waren die letzte Gruppe, die dieses Jahr auf den Gletscher gefahren ist.
Im Winter ist es zu gefährlich. Aber auch sonst wird die Strecke vor jeder Tour
mit einem speziellen Geländewagen abgefahren, der alle möglichen Messungen
macht, um zu prüfen, ob die Strecke sicher ist oder z.B. neue Spalten aufgerissen
sind
.


Auf 1450m, der höchsten Stelle der Eiskappe, durften wir aussteigen. Hier fällt
jeden Winter eine 10 Meter dicke Schneeschicht.



Freundschaft schließen mit dem Rettungshund (neben mir steht übrigens ein voll
ausgerüsteter Bergretter, der natürlich bei jeder Tour dabei sein muss.)



Es könnte einem tatsächlich mulmig zumute werden bei dem Gedanken, dass
man auf einem riesigen Eishaufen steht, der ständig in Bewegung ist...



Der Schnee treibt in diesem rauen Klima über die Gletscheroberfläche.

Wieder festen Boden unter den Füßen ging es weiter zu den Hraunfossar.
Das sind über 100 Wasserfälle, die aus einem Gletscherfluss aus dem Langjökull
gespeist werden. Die Farben sind besonders im Herbst unglaublich schön!












Mehr Bilder von unserem Gletscherausflug (und mit mir) gibt es übrigens auf der
Facebookseite von Ice Explorer zu sehen.

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